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Tausch mich - öffentliche Bücherregale in Langenau

An drei wichtigen und gut frequentierten Orten in Langenau finden sich seit einigen Tagen blaue Schilder, die öffentlich zum Stöbern auffordern und mit „rausnehmen, reinstellen, tauschen“ auch genaue Handlungsanweisungen geben.

Im Bahnhof, im nauBad und auf dem Recyclinghof stehen Regale oder bunte Wägen bereit, um gelesene und gebrauchte Literatur aufzunehmen und um so ganz nachhaltig anderen Menschen und Leseratten wieder Lese-Vergnügen zu bereiten.

Das Prinzip ist simpel: Jede oder jeder kann sich Bücher aus dem Schrank nehmen und stellt dafür eigene Bücher hinein. So bleiben die literarischen Schätze im Umlauf und verstauben nicht im heimischen Bücherregal. Kostenlos, unverbindlich und anonym ist das Ganze und frei von Formalitäten. Es gibt keine Mitgliedschaft, keine Beiträge, keine Leihfristen. Regeln? Braucht es nicht - oder doch: Pornografie, politische und religiöse Schriften werden aussortiert. Darauf und auf den Inhalt der Bücher wird in Zukunft das Team der Langenauer StadtBücherei achten, für die Präsentation und die Annahme von Spenden haben sich die Beschäftigten jeweils vor Ort bereit erklärt.

„Es ist schon gut angelaufen, ein Anfangsbestand ist bereits in den Regalen und so kann man unter vielen Jugend- und Kinderbüchern, unter Sachbüchern und natürlich unter Romanen, Biografien und vor allem Krimis auswählen“ verrät Nadine Maier vom Kulturamt und bedankt sich bei den ersten Spendern.

Die Idee der öffentlichen Bücherregale oder -schränke ist nicht neu: Zwei amerikanische Künstler funktionierten Anfang der 90-er Jahre Stromschaltkästen zu "offenen Bibliotheken" um. Der Darmstädter Michael Ibsen nahm die Idee mit nach Hause und stellte 1996 ein Holzregal auf den Bürgersteig, das er auf dem Sperrmüll gefunden hatte. Ganz offiziell wurde es 2002 in Bonn, dort hatte die Bürgerstiftung einen Wettbewerb zur Verbesserung des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt ausgeschrieben. Ein Jahr später war es soweit: der erste öffentliche Bücherschrank Deutschlands wurde eingeweiht. Inzwischen  haben viele deutsche Städte nachgezogen: 2321 Schränke zählt die Seite www.openbookcase.org derzeit in Deutschalnd. Der Vergleich zeigt: Wir sind ein Leseland! In Großbritannien gibt es 127 Bücherschränke, in Frankreich 20.

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